Ein Wolfsrudel frisst seine Beute Auftragsformular mit BARF Profil Eine Katze trägt eine erbeutete Maus im Maul Rohe Rinderniere Ein Wolf trägt ein erbeutetes Wildkaninchen im Maul Extrudiertes Hundefutter Eine Katze frisst rohes Fleisch Rohe fleischige Knochen Saugende Hundewelpen

BARF Profil für Hund und Katze – Sinn und Unsinn


Was bringt ein BARF Profil ?

BARF Profil auf Untersuchungsauftrag

Der Anteil von Tierhaltern, die ihren Hund oder ihre Katze barfen, ist in den letzten Jahren spürbar angestiegen. Aufgrund der vielfach bestehenden Unsicherheit, inwieweit die Futterration auch dem Nährstoffbedarf des Tieres entspricht, werden Tierärzte immer häufiger um Rat gefragt.
Auch der Branche der Labordienstleister ist diese Entwicklung nicht entgangen, und so tauchte auf den entsprechenden Formularen für Untersuchungsaufträge schnell ein sogenanntes „BARF-Profil“ bzw. „Barfer-Profil“ auf. Hierbei wird Tierärzten angeboten, das Blut bzw. Serum des Tieres auf den Gehalt u. a. an den Mineralstoffen Calcium, Phosphat, Kupfer, Zink und Iod, den Vitaminen A und D sowie Thyroxin (syn. T4, ein Schilddrüsenhormon) hin zu untersuchen. Problematisch ist hierbei jedoch, dass die Analyse dieser Blutwerte nur eine sehr begrenzte Aussagekraft für die Diagnose von Fehlernährungen hat. Rückschlüsse auf eine bestehende Mangelsituation oder Überversorgung im Tier selbst sind kaum und solche auf die Nährstoffgehalte in seiner Futterration überhaupt nicht möglich.
Im Falle der alleinigen Nutzung eines BARF Profils stellt sich die Situation mit Blick auf die Interessen von Tierarzt und Tierhalter entsprechend unbefriedigend dar. Aus tierärztlicher Sicht ist der Befund des BARF Profils im Hinblick auf eine grundsätzliche (Ausschluss-) Diagnose von Fehlernährungen nur von geringem diagnostischen Wert. Bei alleinigem Verlass auf eine Blutanalyse dürfte ferner unsicher sein, ob den anerkannten Regeln der tierärztlichen Wissenschaft ausreichend entsprochen wurde. Schließlich müssen die Kosten des Labors komplett auf den Tierhalter umgelegt werden. In Anbetracht seiner geringen Aussagekraft erscheinen die Kosten für ein BARF Profil unverhältnismäßig hoch.


Kann ein BARF Profil dennoch von Nutzen sein ?

Lange standen sich die Auffassungen von Fachtierärzten und Labordienstleistungs-Unternehmen zum diagnostischen Wert von BARF Profilen kontrovers gegenüber. Seit kurzem jedoch scheint zumindest eines der entsprechenden Unternehmen seine Position fachlich korrigiert zu haben. Im Rahmen einer neuerlichen Bewerbung seines Produktes wird konstatiert, dass ein solcher Befund lediglich eine Momentaufnahme darstelle und nur eine Rationsberechnung eine Aussage zur mittel- und langfristigen Nährstoffversorgung erlaube. Besteht der Nutzen eines BARF-Profils also in der Ergänzung einer Rationsberechnung?
Im Falle der Kombination eines BARF Profils mit einer Rationsberechnung stellt sich die Situation mit Blick auf die Interessen von Tierarzt und Tierhalter schon bedeutend besser dar. Aus tierärztlicher Sicht kann auf Basis der Rationsüberprüfung zuverlässig beurteilt werden, ob die BARF Ration bedarfsdeckend ist oder nicht. Des Weiteren können Fehler im Sinne einer Rationsanpassung bzw. Rationsberechnung korrigiert werden. Die Blutanalyse des BARF Profils kann in bestimmten Fällen, insbesondere bei symptomatischen bzw. erkrankten Tieren, weitere hilfreiche Erkenntnisse liefern. In der Mehrzahl der Fälle dürfte ein BARF Profil jedoch keinen diagnostischen Mehrwert darstellen. In diesen Fällen hätte der Tierhalter „doppelt“ für einen Kenntnisstand bezahlen müssen, der auch schon allein auf Basis einer Rationsberechnung gewonnen wird (Anm. d. R., dass solche BARF Profile regelmäßig vom Labor mit über 100 € in Rechnung gestellt werden und somit eine Geldsumme aufgebracht werden muss, für die der Tierhalter auch schon eine tierärztliche Rationsberechnung erhalten kann).


Kann auf ein BARF Profil verzichtet werden ?

Wie bereits erwähnt, hat eine Blutanalyse im Sinne eines BARF Profils nur eine begrenzte Aussagekraft im Hinblick auf akut bestehende Mangelsituationen im Körper des Tieres bzw. Überversorgungen (ein erhöhter Wert für das Thyroxin kann jedoch u. a. die Fütterung von Schlundfleisch, das mit Schilddrüse kontaminiert ist, hinweisen!). Darüber hinaus erlauben Blutwerte keine Rückschlüsse auf die Frage, ob die aktuelle Fütterung bedarfsdeckend ist oder nicht. Letztendlich können auf Basis von veränderten Blutwerten auch keine fachlich-fundierten Veränderungen an potentiell falsch zusammengestellten Futterrationen vorgenommen werden.
Verzichtet man auf ein BARF Profil und entscheidet sich stattdessen für eine Rationsüberprüfung durch einen Tierarzt, kann dieser zuverlässig beurteilen, ob das Tier bedarfsdeckend gefüttert wird und gegebenenfalls die Ration korrigierend anpassen. Der Tierhalter erhält außerdem die Information und Hilfe, die ihm eine gesunde Fütterung seines Tieres mit selbst zubereitetem Futter ermöglichen, und bezahlt dafür lediglich die Gebühr für die Überprüfung und eventuelle Korrektur der Futterration.


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