Ein Wolfsrudel frisst seine Beute Auftragsformular mit BARF Profil Eine Katze trägt eine erbeutete Maus im Maul Rohe Rinderniere Ein Wolf trägt ein erbeutetes Wildkaninchen im Maul Extrudiertes Hundefutter Eine Katze frisst rohes Fleisch Rohe fleischige Knochen Saugende Hundewelpen

Kann man einen Hund vegetarisch ernähren ?

Kann man einen Hund vegetarisch ernähren und wenn ja, sollte man dies auch tun? Diese Frage
soll in der Folge aus einer rein tiermedizinischen Perspektive zumindest teilweise beantwortet
werden. Die Tiermedizin kann zwar Antworten auf alle Aspekte, welche die Gesundheit eines
Tieres betreffen geben, nicht aber auf die Frage, ob die vegetarische Fütterung des Hundes
als Unterart des carnivoren Wolfes als „artgerecht“ angesehen werden kann. Solange also
die Gesundheit des Tieres nicht beeinträchtigt ist, bleibt die Entscheidung für oder gegen
eine vegetarische Hundefütterung allein dem Tierhalter überlassen. Kritiker bezeichnen
eine solche Fütterungsweise häufig als nicht "artgerecht" und sehen ein Verbot im § 2
des Tierschutzgesetzes: „Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat, muss das Tier
seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, …“. Hierzu muss
der Vollständigkeit halber jedoch darauf hingewiesen werden, dass kein Präzedenzfall für diesen Sachverhalt besteht und somit auch keine Orientierungsmöglichkeit zur Interpretation dieses Paragraphen im Hinblick auf die vegetarische Fütterung eines Hundes. Ungeachtet dessen erscheint es extrem unwahrscheinlich, dass ein Tierhalter der seinen Hund zwar vegetarisch aber gleichzeitig bedarfsdeckend ernährt, aufgrund eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz von einem deutschen Gericht verurteilt würde. Schließlich sind auch längst (und immer noch) vegetarische Fertigfutter bestimmter (mehr oder weniger zuverlässiger) Hersteller auf dem Markt. Auch wenn mitunter verbotenerweise gesundheitsbezogene Werbung auf entsprechenden Futtermitteln zu finden ist, muss aus wissenschaftlicher Sicht klargestellt werden, dass die für den Menschen bekannten positiven Einflüsse einer vegetarischen Ernährung nicht einfach auf den Hund übertragen werden können. Bestand haben jedoch die grundsätzlichen Vorteile bezüglich Ökonomie und Ökologie.

Doch zurück zur ursprünglichen Frage, inwieweit die vegetarische Fütterung eines Hundes möglich ist bzw. welche tierischen Zutaten in einer klassischen Futterration ersetzt werden müssen. Vegetarismus verzichtet immer auf Fleisch und damit auch auf dessen Energie liefernde Makronährstoffe Fett und Protein. Sofern lacto- und / oder ovo-vegetarisch gefüttert werden soll, kann dieser Verlust durch die Nutzung von Milch bzw. Milchprodukten und / oder Eiern sehr gut ausgeglichen werden. Als weitere Energiequelle haben pflanzliche Kohlenhydrate einen großen Nutzen. Die entsprechenden Einzelfuttermittel sind in aller Regel günstig und die Verdaulichkeit der enthaltenen Stärke hoch. Während Getreide nach mechanischer Freilegung des Stärkekörpers (Getreideflocken, Getreidemehl) problemlos roh gegeben werden kann, müssen andere Kohlenhydratquellen (Reis, (Süß-) Kartoffeln, Nudeln) für einen entsprechenden Stärkeaufschluss gekocht werden. Schließlich können pflanzliche Öle und Fette zum angestrebten Energiegehalt einer Futterration beitragen ohne gleichzeitig den Phosphorgehalt der Ration zu erhöhen, wie dies bei einer Erhöhung des Getreideanteils immer der Fall ist.

Zur Deckung des Bedarfs an den verschiedenen Mikronährstoffen (Mengenelemente, Spurenelemente und Vitamine) sowie zur Vermeidung von Überversorgungen und Mineralstoff-Missverhältnissen (Kalzium-Phosphor) muss die Zusammensetzung des „Obst- und Gemüseanteils“ im Vergleich zu einer Futterration mit Fleisch angepasst werden. Während bei einer ovo-vegetarischen Ration zur Einstellung des richtigen Kalzium-Phosphor-Verhältnisses auch gemahlene Eierschalen (Kalzium-Karbonat) genutzt werden können, muss im Falle des Lacto-Vegetarismus eine Korrektur unter Einbezug von Milchprodukten erreicht werden. Grundsätzlich können Obst und Gemüse auch roh gegeben werden. Zu beachten ist, dass insbesondere viele Gemüsesorten nur dann für den Hund als Nährstofflieferanten geeignet sind, wenn sie entweder fein püriert oder gekocht werden. Zur Vermeidung einer selektiven Futteraufnahme durch den Hund hat es sich vielfach als sehr nützlich erwiesen, wenn alles Obst- und Gemüse püriert, sozusagen als „Obst-Gemüse-Smoothie“ zu den anderen Futterzutaten gegeben wird.

Auch wenn eine „klassische“ lacto- und / oder ovo-vegetarische Futterration tierisches Eiweiß und Fett und mit diesen auch die wichtigsten Faktoren für eine gute geschmackliche (mehr noch eine gute geruchliche) Akzeptanz seitens des Hundes enthält, so können dennoch verschiedene weitere Faktoren die Futteraufnahme beeinträchtigen. Um den Anforderungen des Einzelfalls gerecht werden zu können, ist in solchen Fällen eine Rücksprache mir einem Tierarzt zu empfehlen und gegebenenfalls eine Veränderung an der Rationsberechnung vornehmen zu lassen. Letztlich können die allermeisten Hunde über kurz oder lang mit der passenden Ration auf vegetarisches Futter umgestellt werden.


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